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Geschichte & Sagen PDF Drucken E-Mail
Geschichte

Durch Funde am Kappele wurde festgestellt, daß das Gitschtal bereits in der Urzeit zumindest begangen worden war. In der Spätantike (5. Hd.) können schon Siedlungsstellen und Befestigungsanlagen nachgewiesen werden. Bereits in der Bronzezeit (1200 - 500 v. Chr.) war Kärnten ein gut besiedeltes Land. Träger dieser Kultur waren die Illyrer. Seit 500 v. Chr. setzte die Überwanderung der illyrischen Urbevölkerung durch die aus dem Westen vordringenden Kelten ein. Diese bildeten im 2. Jahrhundert v. Chr. das Königreich Norikum. In Gurina wurde Bergbau auf Gold und Eisen betrieben.

Im Jahre 15 v. Chr. besetzten die Römer das Norische Reich. Ein wichtiger Handelsweg führte über die Karnischen Alpen, das Gail- und Gitschtal und über den Kreuzberg ins Drautal. Um das Jahr 600 nach Christi zogen Awaren brennend durch Kärnten. Im Gefolge der Awaren befanden sich zahlreiche slawische Volksstämme, die sich neben der spärlichen heimischen Bevölkerung ansiedelten. Die Awaren bedrängten die Slawen immer wieder. Diese wandten sich an den bayrischen Herzog um Hilfe, der die Awaren wohl vertrieb, aber Karantanien zu einem bayrischen Vasallenstaat machte. Nach der Eroberung des Langobardenreiches in Oberitalien (das Gailtal und Gitschtal gehörten dazu) durch Karl den Großen, wurde das Land in Grafschaften und Gaue eingeteilt. Das Gitschtal gehörte zur Grafschaft Lurn, verwaltet vom Geschlecht der Ortenburger. Nach dem Aussterben der Ortenburger zerfiel die Grafschaft. Die Grafen von Görz brachten das Gebiet an sich. Im Gail- und Gitschtal entstanden mehrere Grundherrschaften. St. Lorenzen/G. und Weißbriach gehörten zur Herrschaft Grünburg. Die Pfleger dieser Grundherrschaft errichteten befestigte Anlagen, die heute noch als Ruinen zu sehen sind. Im Jahre 1918 verkaufte der letzte der Fürsten die Herrschaft Ortenburg an den Freiherrn Klinger von Klingersdorf und dieser veräußerte den Gailtaler Waldbesitz an verschiedene Besitzer im Tale.
Der Bergbau hatte in der früheren und späteren Neuzeit in Kärnten große Bedeutung. Das 2. Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts war die Blütezeit für den Eisenbergbau und die Eisenverarbeitung im Gitschtal. Fürst Porcia hatte nämlich mit der Hofkammer in Wien einen Vertrag über die Lieferung von eisernen Bomben, Handgranaten und Stückkugeln für die kaiserliche Armee in Ungarn abgeschlossen. Nach 1730 haben sich die Porcia gänzlich vom Bergbau losgesagt, die Bergwerke verfielen und das Inventar wurde verschleppt. Heute weisen nur noch vereinzelte Knappengruben auf den einst blühenden Bergbau im Gitschtal hin.Im 16. Jahrhundert war das Gitschtal auch führend im Edelmetallbergbau, jedoch stand 1768 der Goldbergbau wieder still. Das Gitschtal besaß von alters her Eisenhammer, die durch die reichen Wasserkräfte bedient und mit dem Holzreichtum des Tales gespeist wurden. In der Mitte des 17. Jahrhunderts lagen die Eisenhammer darnieder, Freiherr von Kranz kaufte die Hammerwerke auf und brachte sie zu großer Blüte. Baron Kranz führte jedoch ein aufwendiges Leben und geriet bald in Geldnöte. Er starb 1797. Sein Sohn vergeudete das ganze Vermögen und Besitz. Besitznachfolger wurde Dr. Wodlei, ein Rechtsanwalt aus Krain. In den Hammerwerken im Gösseringgraben wurde Schwarzblech erzeugt und nach Italien geliefert. In der Hälfte des 19. Jahrhunderts bewirkten verschiedene Umstände den Untergang der Hammerwerke, deren Ruinen noch heute im Gösseringgraben zu sehen sind.

Die Anfänge des Fremdenverkehrs wurden bereits 1887 in einem "Verzeichnis der Sommeraufenthaltsorte in Kärnten" dokumentiert, worin die Gemeinde St. Lorenzen/G. mit guter Luft, hübschen Wasserfällen und Aussichtspunkte, Spazierwegen, einer Tuffgrotte in Jadersdorf, guten Gasthöfen und Privatquartieren beschrieben wurde. Die Gemeinde Weißbriach wurde mit guter Waldluft, Wannenbad, nahe Waldungen, hübsche Ausflüge, Jagd auf Gemsen und Hasen, Forellenfischerei sowie Gasthöfen und Privathäuser dargestellt.Kurz nach dem 1. Weltkrieg wurde in Weißbriach das schwefelhaltige und heilkräftige Wasser durch den Pfarrer Wunibald Meyer entdeckt und im Sinne von Pfarrer Kneipp ein Kurhaus errichtet. In der Zeit zwischen 1. und 2. Weltkrieg ging das Kurhaus Kneipp-Bad Weißbriach auf die Familie Knoch über, welche in den folgenden Jahren das Kurhaus weiter ausbaute und vergrößerte. Heute steht Weißbriach im Zeichen eines renommierten Kneipp-Kurortes wo neben dem Kneipp Kurhotel auch andere Betriebe Kuren und Therapien nach der Lehre von Sebastian Kneipp anbieten.
 


Die Berggeistsage

Vor rund dreihundert Jahren tauchten die Weißbriacher Berggeister zum ersten Mal  im Gitschtal auf und brachten damals der Bevölkerung Glück und Reichtum. Dies geschah folgendermaßen:Als auf dem Schlosse in Weißbriach Freiherr Casimir von Werffenstein lebte, saß auf Schloß Lassendorf, mitten im Gitschtal, Graf Otto von Steinbach. Die beiden Adeligen waren treue Freunde und frönten eifrig der Jagd. Auf ihren Streifzügen durch das kahle Gehege kehrten sie auch gerne in eine in Weißbriach gelegene Mühle ein, um dort mit ihrem Gefolge zu speisen. Als die beiden Jagdherren wieder einmal an einem derben Tisch vor der Mühle zechten, verriet ihnen der Müller ein Geheimnis:„Gnädige Herren, ich muß Euch etwas Seltsames erzählen. Ihr seht hier neben der Mühle eine Felsenkluft im Berg, in die man aber nicht hineinkommt, weil viele scharfe Steine aus der Seite wachsen. Aus dieser Kluft kommen in jeder Vollmondnacht sonderbare Wesen gelaufen. Sie haben zwar die Gestalt eines Menschen und laufen auf zwei Füßen, sind aber völlig mit Haaren bewachsen. Sie schwärmen so schnell in diesem Felde umher, dass es mir und meinen drei Mühljungen noch nicht gelungen ist, so ein Wesen zu erwischen. Gegen Morgen laufen sie unheimlich schnell wieder in den Berg. Immer, wenn der Mond wieder voll ist, sind auch diese komischen Männchen da. Im Berg aber ist manchmal ein Lärm zu hören, als würden darin viele Schmiede arbeiten. Auch Stimmen sind zu hören, doch kann man diese nicht verstehen.“ Auf die Frage des Freiherrn Casimir, warum der Müller diese Sache nicht schon längst gemeldet habe, entschuldigte sich dieser mit den Worten: „Hab unbedingt so ein Wesen fangen wollen und bei der Überbringung wollte ich auch alles erzählen.“Die beiden Jagdfreunde beschlossen nun, sich in der nächsten Vollmondnacht mit 50 Bauern bei der Mühle einzufinden. Die Bauern sollten sich vor die Felsenkluft stellen, sobald die Männlein ausgeschwärmt seien. Sie selbst aber wollen hoch zu Ross die Berggeister so lange in die Enge treiben, bis man einige von ihnen erhaschen könne. Als der Vollmond wieder über den Gitschtaler Bergen hing, hielten sich die Männer in der Nähe der Mühle versteckt. So an die zehn Männlein sprangen aus der Kluft. Der ausgeheckte Plan klappte wirklich und zwei dieser seltsamen Wesen wurden am Genick gefasst, während die anderen zwischen den Beinen der Bauern wieder in das Berginnere huschten. Die beiden Grafen sahen die Männlein von oben bis unten prüfend an und merkten, dass sie ein „Mannl“ und ein „Weibl“ gefangen hatten die miteinander zankten, deren Worte jedoch niemand verstehen konnte.Freiherr Casimir brachte die beiden Berggeister auf sein Schloss nach Weißbriach und ließ sie in einer Stube einsperren. Dort setzte man ihnen Brot und Milch vor, sie rührten jedoch davon nichts an. Der Freiherr suchte sie selbst mehrmals des Tages auf. Sie gaben ihm durch Handzeichen zu verstehen, dass sie Hunger litten. Der Freiherr ließ ihnen alle möglichen Speisen bringen. Sie rochen zwar daran, machten aber dann grausame Gebärden, als ob es ihnen davor ekeln würde. Schließlich deuteten sie auf eine Rübe, die vor dem Fenster lag. Der Freiherr ließ ihnen solche und auch anderes Wurzelwerk aus dem Garten bringen. Mit einem Heißhunger fielen sie darüber her und aßen einige Rüben mit der Schale auf. Nun glaubte der Freiherr, die Berggeister würden am Leben bleiben und er fasste den Plan, sie an den kaiserlichen Hof nach Wien zu schicken. Vier Tage später brachen sie im Hofe, wohin man sie zum Auslaufen führte, tot zusammen. Ein Diener fand dafür eine Erklärung: „Diese Wesen können an keinem anderen Tag die Luft vertragen, als nur, wenn der Mond im vollen Scheine wäre.Freiherr Casimir von Werffenstein ließ das Männlein und das Weiblein ausstopfen und schenkte sie dem Landhaus Klagenfurt, wo sie angeblich bis zum Jahre 1703 zu sehen waren, bis sie völlig vermoderten. Sie wurden von einer seltsamen Gattung von Würmern überfallen, die sie trotz aller Säuberung völlig verzehrten. Ein Bildnis dieser Halbmenschen sei mit einer kurzen Beschreibung noch im großen Saale des Landhauses zu sehen. Als der Mond wieder sein volles Gesicht zeigte, versuchten die adeligen Herren mit ihren Bauern neben der Mühle nochmals ihr Glück. Sie hörten diesmal einen entsetzlichen Donner, und ein Riese trat aus der Felsenkluft, der in der einen Hand eine Sense, in der anderen glänzende Steine trug. Mit diesen Steinen schlug er alle Männer in die Flucht und traf etliche Bauern gefährlich.  Einer der Männer nahm einen solchen Stein mit nach Weißbriach und bei hellem Tageslicht erkannte der Freiherr, dass es edles Erz sei.Der Freiherr gab nun dem Müller den Auftrag, das Geschehen während der nächsten Vollmondnacht zu beobachten. Dieses Mal öffnete sich der Berg mit unheimlichem Donnerkrachen. Das große Monstrum kam heraus und ihm folgten an die 2.000 Bergmandln, die in jeder Hand einen glänzenden Stein trugen. Sie marschierten allesamt hinunter zum Einfluss des Mühlbaches in den Gösseringbach. Dort legten sie ihre Steine auf einen Haufen zusammen, stürzten sich in den Bach und verschwanden. Der Müller eilte nun zu seinem Herrn ins Schloss und berichtete diesem in Gegenwart des Grafen von Steinbach, was er gesehen hatte. Bald aber kam auch ein Müllerbursche gelaufen und brachte die Kunde, dass die Mühle in hellen Flammen stehe. Es seien weit über 2.000 Bergmändlein mit brennenden Fackeln aus dem Felsen gesprungen und hätten die Mühle an allen Enden angezündet. Nur mit größter Mühe hätte die Müllerin die Kinder und das Vieh retten können. Die beiden Adeligen ritten nun rasch zur Mühle hin, ihnen folgte entsetzt der Müller. Sie fanden nur noch eine glimmende Brandstatt, jedoch stand der Eingang in den Berg offen. Sie ließen nun Fackeln kommen und stiegen ins Berginnere. Bald fanden sie weite Räume und seitliche Gänge mit glänzendem Erz, das sie als Gold und Silber erkannten. Auch der Steinhaufen am Gösseringbach war aus solchem Erz.Freiherr Casimir von Weißbriach entschädigte nun den schwer getroffenen Müller mit hundert Gulden und wies ihm ein anderes Haus als Wohnung zu, bis die Mühle wieder aufgebaut sei. Der Freiherr entschloss sich, noch im gleichen Jahr, hier in dieser reichen Gegend einen Bergbau auf Edelmetalle zu beginnen. Durch viele Jahre floss der Bergsegen bei Weißbriach sehr reichlich und erst um 1700 lohnte es sich nicht mehr, im Gitschtale noch weiter nach Gold und Silber zu schürfen. Die Berggeister jedoch blieben jahrhundertelang verschollen und alle glaubten, dass sie das Gitschtal für immer verlassen hätten.



Die Sage vom Enzibauer

Auf einer Waldwiese, dem Enzian-Boden, soll einst ein Schloss gestanden haben, das von Riesen bewohnt war.Der Enzibauer von Weißbriach war ein schlechter Mäher, weshalb er seine Wiese in der Nacht bei Mondschein mähte, weil das Gras, wenn es feucht ist, sich leichter schneiden lässt.Plötzlich stand ein Riese vor ihm und donnerte ihn dem den Worten an: „Was machst du da? Der Tag gehört euch, doch die Nacht gehört uns!“Als ihm hierauf der Bauer sein Leid klagte, griff der Riese nach der Sense und schärfte sie. Damit fertig, gab er sie dem Bauer zurück und sagte, „Mähe nie mehr in der Nacht und schärfe die Sense nie wieder!“ und verschwand.Der Bauer befolgte seine Worte und war von dieser Stunde an der beste Mäher des Dorfes.
  


Die Sage vom Michaelstein

An die Katholische Kirche Weißbriach knüpft eine Sage an.Man wollte zuerst eine Wallfahrtskirche bauen, und zwar auf einem Hügel (heute liegt dort der „Michaelstein“). Der Grund wurde abgesteckt, doch am nächsten Tag war keine Spur mehr von den Pflöcken und Fahnen vorhanden.Man begann wieder von Neuem und legte schon den Grundstein. Am nächsten Tag war wieder alles verschwunden. An der Stelle aber lag ein Stein, in dem Tritte von feinen Frauenfüßen und Spuren von Esel- und Ochsenhufen eingegraben waren. Der Stein ist noch heute zu sehen. Die Kirche aber wurde im Tal gebaut. So entstand die Katholische Kirche von Weißbriach. Der Stein wurde nach dem heiligen Michael benannt. 
  


Die saligen Frauen beim Stoffelbauer

Als Salige oder Weiße Frauen wurden lichte Gestalten, die in Felsenhöhlen, auf Bergen oder bei Gewässern wohnten, bezeichnet. Sie verkehrten gerne mit Menschen, die sich in der Nähe niedergelassen hatten, um sie bei der Haus- und Feldarbeit zu unterstützen, nahmen aber keinen Lohn an. Gab man ihnen ein Geschenk, so kamen sie nie wieder. Mutwilliges Fluchen, Peitschenknall und andere Bosheiten der Menschen haben sie endlich vertrieben. Das Gailtal und das Gitschtal wurden einst von den Rittern von Weißbriach beherrscht. Ihre Burg stand auf einen Berg zwischen den Dörfern Weißbriach und St. Lorenzen/G., der im Volksmund das „Golznigseck“ heißt. In den Felsen dieses Berges wohnten die Saligen Frauen. Sie waren den Menschen gut gesinnt und halfen ihnen auch bei der Arbeit.So schnitten sie einst dem „Stoffelbauer“ bei Weißbriach die Bohnen auf dem Feld. Der Bauer hatte gerade viel Arbeit, und da gedachte er der Saligen, von denen er gehört hatte, dass sie den Menschen Arbeiten verrichten, wenn man ihnen ihr Lieblingsgericht, den Pfennigbrei, auf das Feld stellte. Er tat dies.Als er dann nachsehen ging, waren die Bohnen geschnitten, die Schüssel ausgeleert und umgestürzt, doch die Schoten waren leer. Er führte sie trotzdem nach Hause und drosch sie; da gab es wieder reichlich Bohnen. 


Die Sage von der Martinsquelle

Zwei Wegstunden von der Stadt Hermagor liegt das bergumschlossene Dorf Weißbriach. Die dazugehörigen Felder und Wiesen liegen auf den nahen Bergabhängen, wo der Sage nach in früheren Zeiten Riesen und Zwerge ihr Unwesen trieben.Einst arbeitete ein Bauer mit seinem Gesinde auf einer solchen Bergwiese. Da es schon spät geworden war und eine milde Sommernacht anbrach, beschloss er im Freien zu übernachten, um desto zeitlicher am Morgen die Arbeit wieder aufzunehmen.Als bereits alle in tiefem Schlafe lagen, wurde der Bauer – Martin war sein Name – plötzlich unsanft geweckt. Er schlug die Augen auf und sah ein kleines Männchen mit langem Bart vor sich stehen. Noch hatte er sich von seinem Schrecken nicht erholt, da begann der Zwerg zu sprechen: „Wenn du verschweigst, was ich dir sage, will ich dich zum reichsten Mann machen; plauderst du aber nur ein Wörtchen aus, so bist du augenblicklich des Todes geweiht.“ Der Bauer gelobte hoch und heilig zu schweigen, worauf ihm der Wicht den Rat gab, die ganze Wiese umzugraben, denn sie enthalte große Goldlager. Hierauf verschwand er.Kaum war er weg, begab sich der Bauer mit Haue und Schaufel auf die Wiese und begann den Grund aufzuwühlen. Schon hatte er einen halben Meter tief gegraben, da bemerkte er glänzende, große Steine, auf denen der Mondschein spielte. Bei diesem Anblick brach er in laute Freudenrufe aus, worüber das ganze Gesinde erwachte.Erstaunt sah es den Bauer, vom milden Mondlicht beschienen, auf der Wiese stehen, und alles eilte neugierig herbei, um zu sehen, was es gab. Der Bauer vergaß in seiner Freude über den so unverhofft gefundenen Reichtum, was er versprochen, und erzählte den Leuten die ganze Geschichte.Da öffnete sich die Erde, und mit einem lauten Aufschrei sank er, von unsichtbaren Händen hinabgezogen, vor den Augen der erschrockenen Knechte und Mägde in die Tiefe.Am nächsten Tag sah man dort eine Quelle hervorsprudeln, die bis zum heutigen Tage fließt und nach dem unglücklichen Bauer Martinsquelle heißt. Viele haben auf der unheimlichen Wiese nach Gold gegraben, aber nichts als Steine gefunden. 


Das verwunschene Bergwerk von Weißbriach

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges flüchteten viele Protestanten in die Alpenländer. Einige Knappen kamen bis Weißbriach und suchten hier Schutz vor den Verfolgern. Sie begannen Bergbau auf Gold zu treiben und gruben einen tiefen Stollen. Der Bergbau war sehr ergiebig, doch dauerte es nicht lange, und die Verfolger erreichten sie und nahmen alle Knappen gefangen.Das Todesurteil wurde über sie verhängt, doch wurde ihnen vor der Vollstreckung die Bitte gewährt, noch einmal in den Stollen zu fahren. Das taten die Knappen und verwünschten den Berg, so dass er kein Gold mehr lieferte. Der Stollen ist noch jetzt zu sehen, und zwar auf dem Berg, der, von Weißbriach aus gesehen, vor dem Kreuzberg steht. In der Nähe des Stollens verpesten widerliche Gerüche die Luft, denn dort wird alles tote Vieh hineingeworfen.Der Berg enthält, so glaubt wenigstens das Volk, noch Gold, denn oben, bei dem Bauer Oassl dringt manchmal Wasser aus dem Erdreich in den Keller, das ist silberhältig und obenauf schwimmt Goldschaum.





 

 
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